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4.5.1. Mitte der ZEIT: Machthaber geben sich als Bruder oder Schwester zu erkennen (Nach 1.Mose 45). Zum Ende des Jahres 2025

Aktualisiert: vor 6 Tagen

ZEIT

Zukunft hält uns Wunder noch bereit.

Wir müssten sie nur anzusprechen wagen.

Dann würde sie uns ihre Botschaft sagen

von Frieden und Versöhnlichkeit. 

 

Einmal schenkt uns Gott nur dieses Heut‘,

JA oder NEIN und DANKE oder BITTE

zu hören und zu sagen, (in der Mitte)

die greifbare Gelegenheit.

 

Tiefer Brunnen der Vergangenheit.

Wenn wir an ihm uns nur erzählen ließen,

freigebig würde seine Quelle fließen,

wir nähmen teil an Freud‘ und Leid.

 

(Franz Rosenzweig schrieb im August 1918, als er mit der Niederschrift von „Der Stern der Erlösung“ begann, an Margrit Rosenstock : „Die Vergangenheit tut den Mund auf und spricht zu uns; die Gegenwart spricht gar mit uns; aber die Zukunft ist stumm; wir müssen zu ihr sprechen, bis sie uns hört.“)  

 

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit…“ So beginnt der vierbändige Roman „Joseph und seine Brüder“ von Thomas Mann (1875-1955; Jubilar des Jahres 2025). Die biblische Handlung erreicht ihren Höhepunkt an dem Tag, an dem der zum Herrn des Landes Ägypten neben dem Pharao aufgestiegene Josef sich endlich seinen Brüdern zu erkennen gibt (1.Mose 45). Sie müssen auf ihrer Heimreise gleich wieder umkehren, weil er seinen silbernen Becher vermisst, der ihm das Vergangene und das Zukünftige anzeigt, wenn er daraus liest (T.M.). Den soll Benjamin gestohlen haben? Der Verdacht macht ihn mehr als verlegen. Doch der Becher ist die „greifbare Gelegenheit“, zuerst dass darüber die verdrängte Vergangenheit ihren Mund auftut. Juda bekennt: „Unser Elfter., des Vaters Lamm, ... das Tier hat ihn gar nicht zerrissen, sondern wir, seine Brüder, haben ihn einst in die Welt verkauft.“ – Heute schlägt die Stunde des brüderlichen Wiedererkennens, für des Machthabers  „Kinder, ich bin’s ja. Ich bin ja euer Bruder Joseph!“. Schließlich wird das Wunder der Versöhnung in Zukunft möglich. Auch der Vater Jakob, wird Joseph nach dessen Tod sagen, „war in dem Spiel Gottes: … Unter seinem Schutz musst' ich euch zum Bösen reizen in schreiender Unreife, und Gott hat's freilich zum Guten gefügt, dass ich viel Volks ernährte und so noch etwas zur Reife kam.  Aber wenn es um Verzeihung geht unter uns Menschen, so bin ich's, der euch darum bitten muss, denn ihr musstet die Bösen spielen, damit alles so käme.“


ZEIT ist’s für blaue Wunder 

Das Kind ist in den Brunnen gefallen, sagen wir, wenn ein Unglück vermeidbar gewesen wäre. Aber wenn das Kind Josef, der Sohn von Jakob und Rahel ist?  Dann ist es  nicht gefallen,  sondern mutwillig  in den Brunnen geworfen worden.

Hunderttausende Menschenkinder sind in den letzten Jahren diesseits und jenseits der Grenze der Ukraine, des Staates Israel oder im Sudan… der Gewalt zum Opfer gefallen, wurden getötet und verletzt.

Von diesen Menschen kann eine Familie oder ein Freundeskreis Geschichten erzählen. Wer hört sie an  und nimmt teil an ihrem Leid

Wort für Wort, Tag für Tag, müssten wenigstens ihre Namen vorgelesen werden. Währenddessen verhandeln die Delegierten von beiden Seiten miteinander und sprechen vor einer vermittelndem Instanz über ihre berechtigten Interessen solange bis aus lauter NEIN allmählich JA wird.  Wenn die Gespräche ins Stocken kommen, werden auch noch die Namen derer vorgelesen, die beiderseits auf den Rekrutierungslisten stehen. Bei ihnen wird angefragt, ob sie bereit sind, gegeneinander zu kämpfen. Die Befehlshabenden wagen gemeinsam, die Zukunft anzusprechen, und erleben ihr blaues Wunder. Aus dem anonymen "Menschenmaterial" werden mit Namen angeredete Personen. Machthaber haben sich als Brüder oder Schwestern zu erkennen gegeben. Bisher haben sie gemeint, dass die vielen im Krieg getöteten nur dann nicht umsonst gestorben sind, wenn bis zum Sieg weiter gekämpft wird. Jetzt erfahren sie das Gegenteil: Ihr Tod war nur dann nicht ganz und gar vergeblich, wenn der Krieg sofort beendet wird und eine Kompromisslösung beiden Seiten erlaubt, ihr Gesicht nicht zu verlieren.

(Müsste man im Fall der Ukraine nicht nur auf den Zehn-Punkte-Plan von Istanbul Ende März 2022 zurückkommen?)

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